Beratung

Sittich aus dem Tierheim adoptieren: Was du wissen musst, bevor du zusagst

Die Adoption eines Sittichs aus dem Tierheim erfordert Vorbereitung und Verständnis. Informiere dich über die Hintergründe, die Eingewöhnung und wichtige Aspekte der Gesundheit.

Veröffentlicht 15.06.2026

Warum so viele Sittiche im Tierheim landen

Die Adoption von Sittichen aus dem Tierheim ist ein bedeutendes Thema, das viele Halter betrifft. In Deutschland landen zahlreiche Sittiche in Tierheimen, oft aus folgenden Gründen:

  • Überforderung der Halter: Viele Menschen unterschätzen den Pflegeaufwand und die emotionalen Bedürfnisse von Sittichen. Diese Vögel benötigen viel Aufmerksamkeit, Beschäftigung und soziale Interaktion.
  • Lebenserwartung: Sittiche können bis zu 15 Jahre oder älter werden. Dies führt dazu, dass viele Halter nach einigen Jahren nicht mehr in der Lage sind, sich um die Tiere zu kümmern, sei es aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen.

Welche Arten häufig im Tierheim sind

In Tierheimen finden sich vor allem folgende Sitticharten:

  • Wellensittiche: Diese sind die am häufigsten adoptierten Sittiche, jedoch landen sie seltener im Tierheim, da ihre Vorgeschichte meist kürzer ist.
  • Großsittiche: Arten wie der Graupapagei oder der Amazonensittich finden sich häufiger in Tierheimen, da sie oft aufgrund ihrer langen Lebensdauer und der damit verbundenen Verantwortung abgegeben werden.

Vorgeschichte verstehen: Quarantäne, Verhalten, Trauma

Bevor du einen Sittich aus dem Tierheim aufnimmst, ist es wichtig, die Vorgeschichte des Tieres zu verstehen. Dazu gehören:

  • Quarantäne: Viele Tierheime setzen eine Quarantänezeit an, um sicherzustellen, dass die Vögel gesund sind und keine ansteckenden Krankheiten übertragen werden.
  • Verhalten: Achte auf das Verhalten des Sittichs. Ist er scheu oder aggressiv? Solche Verhaltensweisen können auf frühere Traumata hinweisen.
  • Trauma: Sittiche, die in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben, benötigen besondere Aufmerksamkeit und Geduld.

Eingewöhnungs-Phase 6–12 Wochen

Die Eingewöhnung eines Sittichs kann zwischen 6 und 12 Wochen dauern. In dieser Zeit solltest du folgende Punkte beachten:

  • Ruhiger Ort: Stelle den Käfig an einem ruhigen Ort auf, wo der Sittich sich sicher fühlt.
  • Langsame Annäherung: Lass den Sittich in seinem Käfig ankommen, bevor du ihn herauslässt. Reduziere die Interaktionen zu Beginn auf ein Minimum.
  • Geduld: Sei geduldig und respektiere die Bedürfnisse des Sittichs.

Vorbestehende gesundheitliche Probleme

Vor der Adoption solltest du auch auf mögliche gesundheitliche Probleme achten:

  • Tierarztbesuch: Lass den Sittich von einem Tierarzt untersuchen, um sicherzustellen, dass er gesund ist.
  • Impfungen: Informiere dich über notwendige Impfungen und Behandlungen.

Adoptionsvertrag und Schutzgebühr

Bei der Adoption eines Sittichs aus dem Tierheim musst du in der Regel einen Adoptionsvertrag unterschreiben. Dieser Vertrag beinhaltet:

  • Schutzgebühr: Diese variiert je nach Tierheim und kann zwischen 50 und 200 Euro liegen. Die Gebühr dient dazu, die Kosten für die Pflege und medizinische Versorgung der Tiere zu decken.
  • Verpflichtungen: Du verpflichtest dich zur artgerechten Haltung und Pflege des Sittichs.

Häufige Trauma-Marker und Umgang damit

Bei Sittichen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, können folgende Marker auftreten:

  • Federzupfen: Dies kann ein Zeichen für Stress oder Langeweile sein.
  • Schreckhaftigkeit: Ein Sittich, der schnell erschrickt, benötigt Zeit und Geduld, um Vertrauen zu fassen.
  • Aggressives Verhalten: Aggression kann auf frühere Misshandlungen hindeuten. In solchen Fällen ist es wichtig, einen erfahrenen Tierverhaltensberater zu Rate zu ziehen.

FAQ

  • Wie lange lebt ein Sittich? Die Lebenserwartung eines Sittichs liegt zwischen 10 und 15 Jahren, je nach Art und Pflege.
  • Kann ich zwei Sittiche zusammen halten? Ja, Sittiche sind gesellige Tiere und sollten idealerweise in Paaren oder Gruppen gehalten werden.
  • Was kostet die Pflege eines Sittichs? Die monatlichen Kosten können zwischen 30 und 100 Euro liegen, abhängig von Futter, Zubehör und tierärztlicher Versorgung.
  • Wie erkenne ich, ob mein Sittich krank ist? Achte auf Veränderungen im Verhalten, Appetitlosigkeit oder auffällige Körperhaltung. Bei Verdacht auf Krankheit solltest du umgehend einen Tierarzt konsultieren.
  • Wie gewöhne ich meinen Sittich an mich? Beginne mit kurzen Interaktionen und schaffe eine ruhige Umgebung. Geduld ist der Schlüssel zur erfolgreichen Eingewöhnung.

Häufige Fragen

Wie lange lebt ein Sittich?

Die Lebenserwartung eines Sittichs liegt zwischen 10 und 15 Jahren, je nach Art und Pflege.

Kann ich zwei Sittiche zusammen halten?

Ja, Sittiche sind gesellige Tiere und sollten idealerweise in Paaren oder Gruppen gehalten werden.

Was kostet die Pflege eines Sittichs?

Die monatlichen Kosten können zwischen 30 und 100 Euro liegen, abhängig von Futter, Zubehör und tierärztlicher Versorgung.

Wie erkenne ich, ob mein Sittich krank ist?

Achte auf Veränderungen im Verhalten, Appetitlosigkeit oder auffällige Körperhaltung. Bei Verdacht auf Krankheit solltest du umgehend einen Tierarzt konsultieren.

Wie gewöhne ich meinen Sittich an mich?

Beginne mit kurzen Interaktionen und schaffe eine ruhige Umgebung. Geduld ist der Schlüssel zur erfolgreichen Eingewöhnung.

Weiterlesen

Wellensittich-Newsletter

Einmal im Monat: neue Ratgeber, Krankheitsbilder, saisonale Tipps.

Mit der Anmeldung stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.